Leben zu kurz - nochmal auf Anfang


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Re: Leben zu kurz - nochmal auf Anfang

Beitragvon ojenny » Di 17. Dez 2013, 19:49

Sehr treffend. :top:

Mein Papa war früher bei der Telekom. Vor 10 Jahren wurden neue, bestens ausgebildete Mitarbeiter dann zu Konditionen eingestellt, die im Endeffekt bedeuteten, dass sie nur noch halb soviel verdienten wie ihre älteren Kollegen.
Zu der Zeit ging mein Papa dann in vorzeitigen Ruhestand - mit besten Wünschen der Telekom und einer großzügigen Abfindung, wie alle seine Alterskollegen.
Damit war die Telekom dann einen riesigen Kosten verursachenden Klotz los: die gut bezahlten Arbeiter. Die, die eine Familie ernähren konnten UND sich glz. noch etwas leisten konnten.
Das erklärt auch, warum die Neuen so wenig Bock haben...
Aber das ist wohl ein anderes Thema und gehört eig. nicht hier hin.

Gruß,
ojenny :ciao:
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Re: Leben zu kurz - nochmal auf Anfang

Beitragvon Parafreak » Fr 20. Dez 2013, 21:33

Das ist echt voll heftig, und das ist ja nicht nur bei der Telekom so. Das ist ja heute in fast allen Firmen so, nur mit dem Unterschied, dass die Praktikanten einstellen. Die Leute haben den fetten Abschluß in der Tasche und tingeln als Praktikanten durch die Firmenwelt, mit den gleichen Anforderungsprofilen wie fest angestellte.
Ich versteh das, dass viele keinen Bock mehr haben.
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Re: Leben zu kurz - nochmal auf Anfang

Beitragvon Serafina » So 22. Dez 2013, 13:04

Wir haben auch so einen krassen Fall in der Familie. Mein Bruder ist Einzelhandelskaufmann und leitete vor gut 10 Jahren einen kleinen Supermarkt in Eigenverantwortung (wie es so schön hieß). Der Laden in einer bis dahin reinen Wohngegend gelegen, lief super und sein, von ihm eingeführter, Lieferservice, wurde gerne in Anspruch genommen und vom "Mutterkonzern" gelobt und ausgezeichnet, wurde gerne in Anspruch genommen.
Dann wurde jedoch in unmittelbarer Nähe ein großer Bauplatz frei und so zog schon bald ein riesiger Discounter in die Straße.
Es dauerte knapp ein Jahr, da war der Laden meines Bruders am Ende! Seitdem (nun schon 4 Jahre) ist er Hartz lV-Empfänger und wird wohl mit seinen 40 Jahren nie mehr einen festen Ganztagsjob bekpmmen. Bewerbungen nützen nichts, da die Firmen lieber (wie ihr schon schriebt) Praktikanten einstellen oder aber auf Halbtagskräfte zurückgreifen - die werden "im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten" bezahlt und senken somit die Kosten! Vom Amt bekommt er nur die sogenannten 1-Euro-Jobs zugeteilt und muß alle paar Monate wechseln ... Derzeit arbeitet er als Assi für einen Schul-Hausmeister!
Inzwischen hat mein Bruder sich ziemlich zurückgezogen und wir haben kaum noch Kontakt miteinander (selbst ans Telefon geht er nicht mehr).
Ich kann seinen Frust verstehen... seine Beziehung ging in die Brüche; er mußte, von Amts wegen, in eine kleinere Wohnung ziehen und sein Auto konnte er nicht mehr finanzieren! Von seinem Ex-Mutterkonzern kam überhaupt nichts rüber. Die haben es nicht nötig gehabt, auf seine Bewerbung für eine Anstellung in anderen Bereichen, auch nur zu antworten!
Ich möchte gerne verstehen können, was heute in unserer Welt schiefläuft. Warum finden viele Jugendliche heutzutage keinen guten Ausbildungsplatz mehr und warum zählt man ab 40 J. schon zum "alten Eisen"? Irgendwann wird es wohl kaum noch Nachwuchs geben, weil sich Kinder niemand mehr leisten kann ... und die Alten sterben aus. Gute Nacht, Deutschland!
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Re: Leben zu kurz - nochmal auf Anfang

Beitragvon Freidenker » So 22. Dez 2013, 15:00

Deutschlands Regierung will es so!
Die ziehen einem Steuern ab, bis du nichts mehr übrig hast.
Es sieht doch so aus, dass die Firmen sich Fest-Angestellte gar nicht mehr leisten können! Du kannst doch nur noch Praktikanten oder Studenten einstellen. Oder umstrukturieren und Stellen kürzen, was bedeutet, dass einer dann die Aufgabenbereiche übernimmt, die vorher 4 Mitarbeiter gemacht haben.
Du hast keine Chance! Du kannst dich mit anderen zusammentun, kannst kämpfen, kannst springen und hüpfen, der Staat zieht dir, eh du dich versiehst, das Geld ab!
Dein Geld! Dir bleibt kaum noch was.
Warum ist Deutschland denn das reichste Land in der EU? Warum wohl?
Damit ist der Staat gemeint, die Regierung, die auch vor Waffenverkäufen nicht zurückschrecken, die noch ihre eigene Großmutter verkaufen würden.
Es sind nicht die Bürger gemeint, es ist nur das Land, der Staat gemeint.

Dein Bruder ist eine hervorragende Fachkraft mit Erfahrungen in einem eigenen Betrieb, er könnte als Kassierer, Verkäufer, in der Buchhaltung, in der Logistik und überall tätig sein, mit seinem Kenntnissen, aber das kann sich heute doch keine Firma mehr leisten.
Und offenbar will unsere Regierung es auch gar nicht.
Die sammeln das Geld von den Bürgern zusammen. Für Zwecke, denen Bürger gar nicht zugestimmt haben. Für Ausgaben, von denen Bürger gar nichts haben.

Seht euch doch mal die Debatten um die Maut an! Wir Autofahrer zahlen Milliarden in die Steuerkassen! Und in welchem Zustand sind unsere Straßen?
Mit unserem Geld macht die Regierung Politik, mehr nicht. Für uns macht sie nichts.
Dass es in so einem reichen Land wie unserem überhaupt Hartz4 Empfänger geben muss, die isoliert und ausgebeutet werden, ist eine Schande!
Dass motivierte junge Leute studieren und dann auf der Straße stehen, ist eine Schande!
Dass in Schulbildung kaum investiert wird ist eine Schande.
Und die Regierung holt Fachkräfte aus dem Ausland!!
Ja, du hast Recht, Serafina: Gute Nacht Deutschland!
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Re: Leben zu kurz - nochmal auf Anfang

Beitragvon Serafina » So 22. Dez 2013, 19:16

Danke, Freidenker! Wenn alle so denken würden, hätten wir wohl noch eine Chance! Aber leider wird wohl Unsereiner immer nur die Minderheit sein und bleiben! Liebe Grüsse und auch dir schöne Feiertage ( trotz allem). Serafina
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Re: Leben zu kurz - nochmal auf Anfang

Beitragvon Otherworld-Fan » Do 26. Dez 2013, 11:38

Hallo,

erstmal danke für eure starke Resonanz auf meinen Beitrag!
Auch, wenn eure Antworten inzwischen in eine andere Richtung gehen, aber doch interessant sind und warum soll man auch weiter auf meinem Problem herumreiten…

Wenn ich mir Deutschland so ansehe, fällt mir dazu nur eins ein:
„Deutschland hat die Regierung, die es gewählt hat“!
Oder man kann auch sagen: … die es verdient hat.
Jeder weiß, wie es aussieht und wir sind mit unsere Kritik (ich schließe mich eurer Kritik natürlich an!) auch keine Minderheit.
Aber wenn eine Physikerin so viele Lobbyisten hat, dass sie immer wieder gewählt wird, und die dann eine Ärztin als Familienministerin, als Arbeitsministerin und jetzt als Verteidigungsministerin einstellt, letzteres für sie als Sprungbrett zur Bundeskanzlerin dienen soll, dann wundert mich nichts. Gar nichts.
Für alle anderen Berufe muss man Qualifikationen haben, muss man mindestens studiert haben und Sachkenntnis vorweisen können. Um in die Politik zu gehen, brauchst du offenbar gar keine besonderen Kenntnisse. Was auch immer du studiert hast, Hauptsache du hast wirklich wenigstens deine Doktorarbeit selber geschrieben, worin auch immer.
Okay, wenn das die Welt ist, dann ist sie das! Ich habe diesen Schrott nicht gewählt, hätte gerne faire und wirklich fähige Leute da oben.
Aber die Mehrheit hat diesen Mumpitz gewählt.
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Re: Leben zu kurz - nochmal auf Anfang

Beitragvon Parafreak » Do 2. Jan 2014, 16:08

Hi, ja ach, die liebe Gesellschaft! Aber es ist doch so, und wird auch so bleiben, dass es auf die Lobby ankommt und auf die finanzielle Gewinne! Es geht doch nur um Kohle, um was denn sonst. Und man selber muss sehen, wie man da durchkommt. So ist es doch. Aber wenn jeder für sich etwas Gutes macht, dann zieht das schon Kreise. Und es werden immer mehr, die Gutes machen.
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Re: Leben zu kurz - nochmal auf Anfang

Beitragvon Parafreak » Do 2. Jan 2014, 16:09

Aber mal was anderes, nochmal zurück zu Otherworld:
Wie geht es dir inzwischen?
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